Günstige BGF für KMU

Günstige BGF für KMU

Was kann ich ohne großes Budget tun, um meine Mitarbeitenden gesünder zu bekommen?

Ohne Budget starten: Bewegungspausen, Trinkwasser und ein internes Gesundheitsteam kosten nichts. Dazu kommen drei Hebel, die man auseinanderhalten muss: Krankenkassen bezuschussen zertifizierte Präventionskurse für ihre Versicherten (§ 20 SGB V) und fördern Projekte der Gesundheitsförderung im Betrieb (§ 20b SGB V) — ohne Anspruch, die Kasse entscheidet je Projekt. Und der Arbeitgeber kann Gesundheitsleistungen bis 600 € je Beschäftigtem und Jahr steuerfrei erbringen (§ 3 Nr. 34 EStG): für zertifizierte Kurse oder für Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess.

BGF-Maßnahmen nach Aufwand und Kosten für KMU

MaßnahmeEigenkostenFörderungAufwand
Bewegungspausen / Stretching-Routinen0 €—15 Min. Einführung
Trinkwasser-Bereitstellung~1–2 €/MA/Tag—minimal
Rücken-Kurs (ZPP-zertifiziert, z. B. Upfit)je nach Kasse und Arbeitgeberzuschuss§ 20 SGB V (Kasse bezuschusst ihre Versicherten)Buchung über Plattform
Ernährungscoaching (ZPP-zertifiziert)je nach Kasse und Arbeitgeberzuschuss§ 20 SGB V; Arbeitgeberzuschuss steuerfrei nach § 3 Nr. 34 EStGBuchung über Plattform
BGF-Prozess & Befragung (EasyBGM)ab 0 € (Free-Plan)Weg für steuerfreie Maßnahmen ohne Zertifizierung (§ 3 Nr. 34 EStG)4–8 h Einrichtung

Kostenlose Sofortmaßnahmen — kein Budget nötig

Auch ohne Gesundheitsbudget gibt es wirkungsvolle Maßnahmen: Kurze Bewegungspausen (5–10 Min. je Stunde am Bildschirm), das Bereitstellen von Trinkwasser, Obstkorb und ergonomisch korrekte Sitzposition senken nachweislich Fehltage und steigern die Konzentration — ohne nennenswerte Kosten.

Ein internes Gesundheitsteam (1–2 freiwillige Mitarbeitende als Gesundheitslotsen) koordiniert diese Maßnahmen und kostet nur Zeit, keine Ausgaben. BGF-Kompass stellt eine strukturierte Vorlage für diesen Einstieg bereit.

  • Bewegungspausen und aktive Pausengestaltung (kostenlos)
  • Bereitstellung von Wasser und gesunden Snacks (~1 € / MA / Tag)
  • Ergonomie-Check der Arbeitsplätze (einmalig, oft kostenfrei via Krankenkasse)
  • Gesundheitslotsen aus dem Team benennen
  • BGF-Reifegrad erheben (3 Min., kostenlos mit BGF-Kompass)

Krankenkassen: zwei Töpfe — Kurse (§ 20) und Projekte im Betrieb (§ 20b)

Krankenkassen unterstützen Prävention auf zwei Wegen, die man nicht verwechseln darf. Nach § 20 SGB V bezuschussen sie zertifizierte Präventionskurse (ZPP), etwa Rücken- oder Ernährungskurse von Anbietern wie Upfit — für ihre Versicherten und in der Höhe, die jede Kasse selbst festlegt. Was am Ende bei den Mitarbeitenden oder beim Unternehmen bleibt, hängt von Kasse, Kurs und einem möglichen Arbeitgeberzuschuss ab.

Nach § 20b SGB V fördern Krankenkassen Gesundheitsförderung im Betrieb selbst — als Projekt, etwa einen Gesundheitstag oder ein Jahresbudget. Eine Zertifizierung ist dafür nicht vorgesehen, einen Anspruch hat das Unternehmen nicht: Die Kasse entscheidet je Projekt, oft danach, wie viele Beschäftigte bei ihr versichert sind. Orientierung geben die Handlungsfelder des GKV-Leitfadens Prävention (Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung, Suchtprävention). Wer Bedarf, Ziele und Maßnahmen dokumentiert hat, geht mit Daten statt mit einer Bitte ins Gespräch mit der Kasse — EasyBGM strukturiert diesen Prozess und dokumentiert ihn nachvollziehbar.

§ 3 Nr. 34 EStG: Bis 600 € steuerfrei — der unterschätzte Hebel

Arbeitgeber können pro Beschäftigtem und Jahr bis zu 600 € steuer- und sozialversicherungsfrei für Gesundheitsmaßnahmen aufwenden — zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn, nicht per Entgeltumwandlung. Dafür gibt es zwei Wege: zertifizierte Präventionskurse nach § 20 SGB V (Weg 1) oder Maßnahmen, die im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess umgesetzt werden — mit Bedarfsanalyse und Einbindung der Beschäftigten (Weg 2). Für Weg 2 ist keine Zertifizierung vorgesehen.

Nicht begünstigt sind unter anderem Beiträge für Sportverein und Fitnessstudio, Firmenfitness-Verträge, Massagen und Screenings. Die 600 € sind ein Freibetrag und eine Obergrenze, kein Zuschuss und kein Zielwert: Bei 20 Beschäftigten wären bis zu 12.000 € im Jahr steuerfrei möglich, in der Praxis reicht oft ein Bruchteil. EasyBGM bringt den dokumentierten Prozess für Weg 2 — damit müssen Ihre Maßnahmen nicht zertifiziert sein. Bestätigen kann das am Ende nur Ihr Steuerberater.

Priorisierung: Wo anfangen?

Die größte Wirkung pro eingesetztem Euro erzielen kleine Unternehmen typischerweise in dieser Reihenfolge:

  • 1. BGF-Reifegrad erheben (kostenlos, 3 Min.) → zeigt die größten Hebel
  • 2. Einen zertifizierten Präventionskurs anbieten, den die Krankenkassen für ihre Versicherten bezuschussen (Upfit, Rückenkurs o. ä.)
  • 3. Gesundheitsleistungen zusätzlich zum Lohn steuerfrei über die Lohnabrechnung erbringen (Freibetrag nach § 3 Nr. 34 EStG, mit dem Steuerberater abstimmen)
  • 4. Schrittweise auf weitere Handlungsfelder (Stressbewältigung, Ernährung) ausweiten

Passende Maßnahmen & Themen

Das Wichtigste in Kürze

  • BGF für KMU beginnt kostenlos: Bewegungspausen, Trinkwasser, Gesundheitslotsen.
  • Krankenkassen bezuschussen zertifizierte Kurse (§ 20 SGB V) und fördern Projekte im Betrieb (§ 20b SGB V) — eine Zusage gibt es nicht.
  • Steuerfreibetrag bis 600 €/Beschäftigtem/Jahr (§ 3 Nr. 34 EStG): für zertifizierte Kurse oder Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess — bestätigen kann das der Steuerberater.
  • EasyBGM bringt diesen Prozess mit überschaubarem Aufwand (1–2 h/Woche).

Häufige Fragen

Was kostet BGF wirklich für ein kleines Unternehmen mit 10–20 Mitarbeitenden?+

Der Einstieg ist nahezu kostenfrei: Bewegungspausen und Gesundheitslotsen kosten nur Zeit. Zertifizierte Kurse (Rücken, Ernährung) bezuschussen die Krankenkassen nach § 20 SGB V für ihre Versicherten — wie hoch, legt jede Kasse selbst fest. Zusätzlich steht ein Freibetrag von bis zu 600 €/Mitarbeitendem/Jahr steuerfrei (§ 3 Nr. 34 EStG) zur Verfügung — bei 15 MA also bis zu 9.000 € pro Jahr. Das ist die steuerfreie Obergrenze, kein Zielwert.

Muss ich als kleines Unternehmen ein BGM einführen oder reicht eine Einzelmaßnahme?+

Einzelmaßnahmen sind möglich. Steuerfrei nach § 3 Nr. 34 EStG sind sie dann aber nur als zertifizierter Kurs. Maßnahmen ohne Zertifizierung können steuerfrei sein, wenn sie im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess umgesetzt werden — mit Bedarfsanalyse und Einbindung der Beschäftigten. Ein dokumentierter Prozess hilft zudem im Gespräch mit der Krankenkasse. EasyBGM führt durch diesen Prozess, mit 1–2 Stunden pro Woche.

Welche Maßnahmen übernimmt die Krankenkasse?+

Es gibt zwei Wege. Nach § 20 SGB V bezuschussen Kassen zertifizierte Präventionskurse für ihre Versicherten — z. B. Rückengesundheit, Ernährung oder Stressbewältigung; Upfit bietet solche ZPP-zertifizierten Kurse an. Nach § 20b SGB V fördern Kassen Projekte der Gesundheitsförderung im Betrieb. Dafür gibt es keine Zertifizierung und keinen Anspruch — die Kasse entscheidet je Projekt.

Wie viel Zeit brauche ich als Geschäftsführer für die Organisation?+

Für den Einstieg ca. 4–8 Stunden Einrichtungsaufwand, danach 1–2 Stunden pro Woche. EasyBGM unterstützt Bedarfsanalyse, Maßnahmenplanung und Bericht — auch ohne eigene HR-Abteilung.

BGF starten — ohne großes Budget

EasyBGM führt durch den betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess — damit können Maßnahmen auch ohne Zertifizierung steuerfrei sein. Der Reifegrad-Check zeigt Ihnen, wo Sie heute kostenlos anfangen können.

Quellen

Stand: 2026-10-15. Keine Rechts- oder Steuerberatung — im Einzelfall fachlich prüfen lassen.

Weiterlesen